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18.11.2019

Verabschiedung der Ortsvorsteher a. D. Gerhard Wodzisz (Stetten) und Reiner Haas (Flözlingen)

 

Verabschiedung Ortsvorsteher a. D. Gerhard Wodzisz - Ortsteil Stetten

Kein großer Bahnhof, ohne Pomp und Gloria – so wollte der frühere Stettener Ortsvorsteher Gerhard Wodzisz verabschiedet werden. Und diesen Wunsch erfüllte ihm Bürgermeisterin Carmen Merz gerne. So fand die kleine Feier im Stettener Milchhäusle mit einem überschaubaren Kreis an Gästen statt. Menschen, die den engagierten Kommunalpolitiker über lange Zeit begleitet haben, waren geladen. In lockerer Atmosphäre, bei netten Gesprächen und guter Bewirtung saß die gesellige und vertraute Runde einige Stunden zusammen. In seinem kurzen, humorvollen Rückblick gab Wodzisz manche Anekdote zum Besten. Die eine oder andere wahre Begebenheit hätte auch einer Szene aus der Serie "Hannes und der Bürgermeister" entstammen können. Es wurde reichlich gelacht. So verriet der frühere Chef der Stettener Verwaltung, dass er im Rathaus für "besondere Fälle" eine Flasche Schnaps deponiert hatte. Seine Sekretärin habe ihm mal einen Streich gespielt und die Schnapsflasche mit einer Wasserflasche vertauscht. Sein Gegenüber äußerte dann noch höflich: "Das ist aber ein milder Schnaps". Zum Auftakt der Verabschiedungsfeier erinnerte die Bürgermeisterin an die markanten Meilensteine der 25-jährigen Amtszeit: Erweiterung des Kindergartens, Bau der Aussegnungshalle, Wohnbebauung auf dem "Zierenberg", Sanierung der Grundschule, Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs, Bau des Eschachstegs, Ausbau der Alemannenstraße, Sanierung der Gymnastikhalle sowie das gute Miteinander mit den im Ort untergebrachten Flüchtlingen. Die Umgestaltung der Wehranlage an der Eschach habe das Gremium am Ende seiner Amtszeit noch geschafft. Merz meinte abschließend: "Darauf kannst du und damit auch alle in Stetten stolz sein". Was die Zimmerner Rathauschefin noch besonders hervorhob: Wodzisz habe stets das große Ganze in der Gesamtgemeinde Zimmern im Auge behalten. "Du wolltest keine Extrawurst für Stetten, hast dich aber immer für dein Stetten eingebracht und auch mal in der Gemeinderatssitzung auf den Tisch gehauen, wenn es deiner Meinung nach ungerecht und nicht nachvollziehbar zuging." Daneben erwähnte die Bürgermeisterin schmunzelnd, dass Wodzisz in seiner Amtszeit sechs Sekretärinnen "verbraucht habe". Neben aufrichtigen Dankesworten gab es für den ausgeschiedenen Kommunalpolitiker einen Präsentkorb mit Wurstwaren.

 

 

 

Verabschiedung Ortsvorsteher a. D. Reiner Haas - Ortsteil Flözlingen

In Anwesenheit von langjährigen Mitarbeitern, früheren Ansprechpartnern der Gemeindeverwaltung, treuen Weggefährten, Ortschaftsräten, seinen Amtsvorgängern und Vereinsvertretern zog Haas im Gasthaus Flammer einen Schlussstrich unter seine kommunalpolitische Arbeit. Bei der jüngsten Kommunalwahl war der Holzbauunternehmer nicht mehr angetreten. Eingeladen hatte – wie schon ein paar Wochen zuvor in Stetten – die Gemeindeverwaltung. In bescheidenem Rahmen wollte Haas seinen Abschied feiern. Dieser Wunsch wurde ihm seitens der Verwaltung erfüllt. »Ich habe versucht, das kleine Dörflein Flözlingen ein wenig besser zu gestalten«, blickte Haas zurück. Die Zeit als Ortsvorsteher habe er als schön, manchmal aber auch schwierig und immer recht als spannend empfunden. Des Öfteren sei es auch recht lustig zugegangen – vor allem bei geselligen Anlässen, erinnerte sich der scheidende Ortsvorsteher. Haas zitierte Verse des Dichters Wilhelm Busch zum Ehrenamt: »Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben!« Doch so wollte er die ehrenamtliche Arbeit nicht verstanden wissen. Ohne das Ehrenamt in den Vereinen und in der Kommunalpolitik – so Haas – sterbe das gesellschaftliche Leben und die Kultur in einem Ort. Mit einer lustigen Anekdote, in einer auf dem Friedhof gefundenen, verschlossenen und von ihm aufgebrochenen Kassette lagen Goldtaler – allerdings aus Schokolade, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Allen, mit denen er in den vergangenen zehn Jahren als Ortsvorsteher zu tun hatte, dankte er an diesem Abend. Auch seine Ehefrau Marita vergaß er dabei nicht. »Die Zeit vergeht, aber die Momente bleiben« – so startete Bürgermeisterin Merz ihre Laudatio. Das Ziel immer vor Augen bei realistischer Einschätzung des Machbaren, kurz und knapp in Worten, aber immer bestimmt – das sei die Devise von Haas gewesen. Mit zielgerichteter Kommunalpolitik habe dieser vieles im Ort erreicht. Als Höhepunkte zählte Merz auf: Übernahme des Kindergartens »Pusteblume« von der evangelischen Kirchengemeinde, Renovierung der Bollhütte, Einrichtung eines Jugendraums, Bau einer Querungshilfe beim Gasthaus Hirsch und Erschließung des Baugebiets Glaffenäcker. In die Reihe der markanten Ereignisse ordnete die Bürgermeisterin auch die Sanierung der Turn- und Festhalle ein. Merz ergänzte: »Das war eine höchst emotionale Geschichte, die brauchen wir heute nicht mehr aufwärmen, sie hat mit der Einweihung im Januar 2018 zu einem guten Ende gefunden.« Ansprechende Räumlichkeiten für die Bürger und die Vereine habe man geschaffen. Alle fühlten sich in der renovierten Halle wohl, denn »sie ist derzeit die Schönste in der Gesamtgemeinde Zimmern«, so die Rathauschefin. Bestimmte Themen (Fragen der Verkehrsberuhigung, Bau von Fahrradwegen, Friedhofplanungen) seien für den Ortsvorsteher ständige Begleiter gewesen. Auch der neue Ortsvorsteher Manfred Haas dankte seinem Vorgänger im Auftrag aller Bürger, der Vereine und des Ortschaftsrats und überreichte ihm ein Geschenk. Er erwähnte auch den sehr schweren Verkehrsunfall der Eheleute Haas im Jahr 2013. Nach kürzester Zeit sei der Ortvorsteher wieder im Rathaus gewesen. Zu Wort meldete sich auch noch kurz Alt-Ortsvorsteher Herbert Bauer. Reiner Haas überreichte seinem Nachfolger ein Bild von Flözlingen. Bei guter Bewirtung und netter Unterhaltung saßen die Gäste noch recht lange in gemütlicher Runde zusammen.

 

 

 

 

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