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 Stetten

Urkundlich wird Stetten erstmals im Jahre 882 erwähnt, als am 10. Mai 882 ein Tunno seine Güter in Dietingen gegen das Kloster St. Gallen Besitz allhier vertauschte. Dass Stetten jedoch eine ältere Wohn-siedlung gewesen sein muss, ergibt der Beweis, dass im Jahre 1872 beim Ausbau der Straße nach Zimmern ob Rottweil, Alemannengräber gefunden wurden. Der Name "Stetten" ergründet sich aus dem alt-deutschen Wort "stat", also wo Wandernde zum Stehen kommen, also Siedlung. Stetten ist wie bei vielen anderen Orten alter Klostergrund.

Alte Traditon in Stetten

 

Die Geschichte zeigt, dass im 12. Jahrhundert zwei Päpste Stetten huldigten. Im Jahre 1139 bestätigte Papst Innozenz II dem Kloster St. Georgen ebenfalls hiesigen Besitz mit der "Villa Stetten" und wurden unter seinen Schutz gestellt. Nachweislich hatte Stetten schon im 12. Jahrhundert eine eigene Kirche. Im Jahre 1275 besaßen die Augustinerbrüder vom Spital in Rottweil einen Hof in Stetten und wurden von Papst Gregor X. in diesem Besitz geschützt. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erscheint der Ort im Besitz der Herren von Falkenstein, die in Schramberg ihren Sitz hatten.

 

 

Altes Fachwerkhaus in Stetten

Jedoch wird im selben Jahrhundert Stetten mit der wohlhabenden Familie Bock von Rottweil in Verbindung gebracht. Die Familie Bock blieb aber kein ganzes Jahrhundert im Besitz von Stetten.

Im Jahre 1445 ging der Ort an Geschlecht wohl-

habenden Schappel aus Aldingen über, die aber schon bald das Bürgerrecht von Rottweil erlangten. Durch die Vermählung des letzten Nachkommen des Geschlechts Schappel, einer Ursula Schappel mit Johannes Ifflinger von Granegg, ging Stetten in den Besitz der Herren von Granegg. 1598 verkaufte Hans Georg Ifflinger verschiedenen Besitz, darunter auch Stetten, an die Stadt Rottweil. Im Jahre 1665 entstand aber zwischen der Ritter-

schaft, welcher die Ifflinger angehörten und der Stadt Rottweil ein Streit wegen des Steuerrechts, der durch den Bischof in Konstanz im Jahre 1688 beigelegt wurde.

 

Es bestehen keine Überlieferungen, inwieweit Stetten unter den Raubzügen Ludwigs des XIV. gelitten hat. Vermutlich aber ist das Dorf von Plünderungen der französischen Truppen im Raum Dunningen und Zimmern nicht verschont geblieben. Wörtlich ist uns aus dem Jahre 1707 überliefert: "Wegen erfolgter Feindesgefahr und zur Sicherung der 'Heiligenfrüchte' wurde in Rottweil eine Kammer gemietet". Kriege, Not und Elend zeichneten vielfach diese Zeit. Im Jahre 1809 wurde Stetten wieder von der Stadt Rottweil getrennt und selbständige Gemeinde. Zwölf Bürgermeister leiteten bis zur Eingemein-

dung nach Zimmern ob Rottweil am 1. September 1973 die Geschicke der Gemeinde.

 

 

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