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21.03.2018

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme von mehreren sanierten Heizungsanlagen in der Gesamtgemeinde über das Energiesparcontracting - Verfahren hat die Gemeinde Zimmern mit den beteiligten Firmen und Einrichtungen in der Zimmerner Grund – und Werkrealschule gefeiert.

 

(v.l. Christoph Thomsen (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg), Roland Stolarczyk (Klimaschutzmanager Landratsamt Rottweil), Ministerialdirektor Helmfried Meinel (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg), Bürgermeisterin Carmen Merz, Volker Kienzlen (KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg – Bereichsleiter Contracting), Andreas Holderbaum (E1 Energiemanagement GmbH – Projektleiter), Stephan Weinen (E1 Energiemanagement GmbH – Geschäftsführer)

 

„Sie meinen es ernst mit Klimaschutz“, lobte Ministerialdirektor Helmfried Meinel aus dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg die Gemeinde Zimmern.

 

Genanntes Einsparpotential an Kohlenstoffdioxyd: 212 Tonnen. Solche kommunale Projekte trügen zur Steigerung der Energieeffizienz bei und seien ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Unterstützt würden die Kommunen dabei von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Deren Bereichsleiter, Volker Kienzlen, zeigte auf, wie mit Contracting kommunale Einspar – Projekte erfolgreich umgesetzt werden können. Der neue Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Rottweil, Roland Stolarczyk, vertrat den verhinderten Landrat und dankte der Gemeinde Zimmern für ihr Engagement. Bürgermeisterin Carmen Merz stellte in ihrer Begrüßung fest: „Trotz eines nicht zu unterschätzenden Aufwands für die Verwaltung, hat sich das Contracting-Projekt bereits jetzt gelohnt.“

 

 

Vor der Besichtigung der neuen Heizungsanlage im Schulhaus heizte die Bläserklasse der Grund – und Werkrealschule Zimmern den Gästen schon mal mit zwei flotten Stücken ein. Danach folgte noch eine Aufführung einer Rhythmus Gruppe. Ein Plastikeimer ersetzten dabei die Trommel.

 

 

Was tun, wenn gleich in mehreren kommunalen Gebäuden dringend erforderliche energetische Maßnahmen anstehen, die einen hohen Investitionsbedarf erfordern und die Gemeinde weder über die nötigen Eigenmittel verfügt noch so ohne weiteres Kredite aufnehmen kann? Vor dieser Ausgangssituation stand vor zwei Jahren die Gemeinde Zimmern. Der damalige Bürgermeister Emil Maser – er zählte auch zu den Ehrengästen - und der Gemeinderat entschieden sich für einen neuen Weg. Die Dienstleistung „Energiesparcontracting“.

 

Was verbirgt sich dahinter? Beim Energieeinsparcontracting übernimmt ein Dienstleistungsunternehmen (Contractor) sowohl Planung, Bau und Betrieb als auch die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen. Der Contractor trägt somit das gesamte verbundene Risiko. In Zimmern erhielt das Nürnberger Unternehmen E1 Energiemanagement GmbH den Zuschlag. Die vergebenen Einzelarbeiten hätten größtenteils Firmen aus der Region ausgeführt, erklärte E1 - Projektleiter Andreas Holderbaum. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Die energetischen Sanierungsmaßnahmen betrafen Zimmern (Schule, Rathaus, Feuerwehrhaus und Festhalle), Horgen (Turnhalle und alte Schule), Flözlingen (Festhalle und Rathaus) sowie Stetten (Grundschule) Teilweise lösten moderne Holzpellets-Heizungsanlagen und Blockheizkraftwerke die bisherigen alten Heizölkessel ab. In der Zimmerner Schule und in der Festhalle wurden passend dimensionierte gasmotorische Blockheizkraftwerke zur Abdeckung der Wärmegrundlast installiert. Zusätzliche Erdgas-Brennwertkessel dienen zur Abdeckung der Wärmespitzenlast, wenn an kalten Tagen die Wärmebereitstellung der BHKW – Anlagen in Verbindung mit den neu installierten Pufferspeichern nicht ausreicht.

 

„Contracting ist keine teure Rundumversorgung sondern wirtschaftlicher als die Sanierung durch die Gemeinde“, war zu hören. Die wirtschaftlichen Eckdaten für die realisierten Projekte: (Nettozahlen): Der Contractor hat 1,064 Millionen Euro in die Anlagen investiert. Davon trug die Gemeinde über einen einmaligen Baukostenzuschuss 375 400 Euro. Von den bisherigen jährlichen Energiekosten in Höhe von 85 600 Euro spart die Gemeinde zukünftig garantierte 58 800 Euro ein. Mit dieser jährlichen Einsparsumme werden in den nächsten 15 Jahren die Kosten refinanziert. Weiterer Nebeneffekt: Es entfallen jährliche Kosten für Wartung und Instandhaltung in Höhe von 15 400 Euro.

 

Text: Klaus Weisser

 

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